Die Geschichte der Zeller Keramik

Hafnerei

Schon früher stellen in Zell mehrere Töpfer (Hafner) Alltags- und Kochgeschirr, später auch Ofenkacheln her. Tone und Quarzsand finden sie in der Umgebung.

1795 gründet der Hafnermeister Ferdinand Schreiber die Stadthafnerei.
Seither üben 6 Generationen und 13 Familienmitglieder Schreiber das Keramikhandwerk aus.

Obere Fabrik

1790
Der Zeller Stadtrat erlaubt Joseph Anton Burger die Herstellung von Fayencen. Burger experimentiert mit weißbrennendem Steingut.

1807
Nach Genehmigung des Großherzogs gründet Joseph Anton Burger mit Jakob Ferdinand Lenz (Bild) aus Lahr eine der ersten Steingutfabriken in Deutschland. Den geeigneten Ton graben sie am nahen Geisberg im Schuttertal, Quarze und Kiesel in der Umgebung von Zell. Als Kupferstecher tätig sind u. a. Franz Anton Schmider („Graf Magga“ der Erzählung Hansjakobs) und Erhard Junghans (später der Gründer der Schramberger Uhrenfabrik). Die Beschäftigung steigt auf 110 Arbeiter.

1828
Gottfried Ferdinand Lenz und Wilhelm Schnitzler übernehmen die Fabrik.
Als Kupferstecher tätig sind u. a. Franz Anton Schmider („Graf Magga“ der Erzählung Hansjakobs) und Erhard Junghans (später der Gründer der Schramberger Uhrenfabrik).

1839
Herstellung von Porzellan, für das später dieser Rundofen mit 3 Brennräumen entsteht; Der Rundofen ist einer der seltenen original erhaltenen, vierstöckigen Porzellan-Rundöfen, der öffentlich
voll begehbar ist. Die Porzellanerde (Kaolin) kommt aus Limoges, Zentral-Frankreich.

1846-61
Goldene Medaillen auf Industrieausstellungen in Karlsruhe, München und Bern bescheinigen die handwerkliche und künstlerische Qualität des Zeller Porzellans.

1854
Krankenkasse für Porzellanmaler; 1859 für alle Arbeiter.
1869
G. F. Lenz Nachfolger verkaufen die Fabrik an Bruno Prössel aus Berlin.

1874
Ersteigerung der Fabrik durch Carl Schaaff aus Lahr. Neue Blüte mit 365 Arbeitern und 80 Porzellanmalern. Gebrannt wird an 3 Porzellan-, 2 Steingut- und an Muffelöfen.

Untere Fabrik

1760
Hammerschmiede, zuletzt Schwerspatmühle.

1864
Bernhard Schaible stellt Kochgeschirre und Bau-Ornamente (Terrakotta) her.

1874
Haager, Hoerth und Co. brennen Steingut; 1 Rundofen für Vorbrand, 2 für Glattbrand mit je einem Brennraum.

1890
Georg Schmider wird Gesellschafter der Firma mit 150 Beschäftigten. Ab 1894 entwirft Elisabeth Schmidt-Pecht handgemalte Dekore; u.a. das preisgekrönte „Favorite“ (1897).

1898
Obermaler Karl Schöner designt das beliebte Dekor „Hahn und Henne“.

VEREINIGTE ZELLER KERAMISCHE FABRIKEN

1907
Georg Schmider vereinigt Obere und Untere Fabrik.

1920
sind über 500 Mitarbeiter beschäftigt;
umfangreiche Exporte.

1934
Heinrich Haiss übernimmt die Geschäftsführung.

1942
Stilllegung der Porzellanherstellung; fortan Beschränkung auf Steingut.

1953
Erster elektrischer Tunnelofen. Fabrikationstechnische und bauliche Erneuerung.

1957
Höchststand nach dem 2. Weltkrieg mit 390 Beschäftigten. Günter Haiss, Eberhard Rinkenbach und Josef Harter leiten den Betrieb.

2008
„Zeller Keramik Manufaktur GmbH und Co. KG“ führt die Tradition fort.