Künstler, Formen und Dekore
Wer liebt es nicht, wenn jedes einzelne Stück eines Tafelgeschirrs mit dem gleichen Dekor verziert ist? Andererseits kann der gleiche Keramikgegenstand auf den Betrachter je nach Dekor ganz unterschiedlich wirken. Aus Zell sind mehr als 2200 Dekore für Steingut und fast 10 000 für Porzellan bekannt.
Einer der bekanntesten Künstler aus Zell war Anton Schmider (1817 bis 1891), der in der oberen Fabrik angelernt wurde und dort als Kupferstecher, Modelleur, Formentwerfer und Porzellanmaler arbeitete. In seiner Arbeit für die untere Fabrik beschickte er auch eine Ausstellung in Karlsruhe mit Vasen aus gebranntem Ton. Sein aufregendes Leben und wie er zu seinem Spitznamen (Graf Magga) kam, ist von Heinrich Hansjakob beschrieben.
Manche Dekore wie „Favorite“ und „Hahn und Henne“ werden auch heute noch nach ca. 125 Jahren produziert. Zwei bekannte Beispiele vor 1900 sind die von der Konstanzer Keramikerin Elisabeth Schmidt-Pecht (1857 bis 1940) entworfenen Dekore blau-gelb und rot-grün. Sie arbeitete bis zum 1. Weltkrieg für Zell, wobei sie viele Dekore entwickelte, die auch ihre bekannten Spruchteller verzierten.
Karl Schöner (1856 bis 1929) wurde in der oberen Fabrik als Steingut- und Porzellanmaler angelernt, wechselte aber später in die untere Fabrik, wo er als Obermaler zum ersten Geburtstag seiner Tochter den Dekor „Hahn und Henne“ entwarf. Verschiedene achteckige und runde Wandteller mit einem Schwarzwaldhaus sind von ihm signiert.
Alfred Kusche (1884 bis 1984) entwarf für die Firma Georg Schmider – Vereinigte Zeller keramische Fabriken 1911 den Dekor „St. Blasien“ und eine Reihe großen dekorierten Wandtellern. Er arbeitete später für die Karlsruher Majolika.
In den 1950er Jahren entwickelte Anneliese Beckh viele neue geometrische, abstrakte und florale Dekore, die teilweise auch auf ihre neuen Formdesigns abgestimmt waren.